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Spiel nicht mit dem Feuer!

Aber genau das haben die Seeotter und Turmfalken unter Anleitung von Kain Karawahn jeweils drei Tage lang und mit großer Freude und jeder Menge Spaß gemacht. Am Ende gab es einen gemeinsamen Familiennachmittag, wo jedes Kind zeigen konnte, dass es gelernt hat, ein kleines Lagerfeuer vorzubereiten (diverse Tests durchführen, damit das Feuer einen sicheren Platz hat und keinen gefährdet), anzuzünden und auch wieder zu löschen, den Platz – und sich selbst - also so hinterlassen, wie er vorher war.

Aber angefangen hat alles mit dem Anzünden eines Streichholzes. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass man mit der scheinbar simplen Aufgabe, ein Streichholz anzuzünden, einen ganzen Vormittag verbringen kann und die Kinder die ganze Zeit über eifrig beschäftigt waren, ohne das Interesse zu verlieren. Drumherum wurden Geschichten erzählt von vor tausenden von Jahren. Was machten unsere Vorfahren, wenn sie lange unterwegs waren und ihnen der Arm vom Tragen der Fackel wehtat? Genau, sie wechselten die Hand, und das haben die Kinder mit dem auch Streichholz getan. Oder sie haben das Streichholz mit einem Partner/einer Partnerin hin- und herwandern lassen. Später ging das auch im Kreis. Die Kinder haben Kerzen angezündet, Explosionen verursacht und Kerzen über eine größere Distanz ausgepustet. Das geschah sehr spielerisch und in kurzen Sequenzen von wenigen Minuten, sodass die Kinder sich permanent mit neuen Versuchen beweisen konnten, dass sie Herr bzw. Frau ihrer Flamme sind. Wenn ein Kind sich nicht traute, beispielsweise das Streichholz wandern zu lassen, dann hat es eben weiterhin versucht, das Streichholz möglichst lange brennen zu lassen oder mit „kleiner – große – riesiger Flamme“ zu spielen.

Am Tag 2 ging es nach draußen: Jedes Kind hatte einen „Vulkan“ aus Holzplättchen vorbereitet, der draußen mit Hilfe eines Feuerwürfels in Brand gesetzt wurde. Doch vorher mussten „Tests“ durchgeführt werden, damit ein sicheres Feuer gewährleistet war.

Diese Tests wurden bei jeder neuen Feuersituation wiederholt, so dass die Kinder schließlich beim abschließenden Feuerfest die einzelnen Arbeitsschritte sicher beherrschten. Selbst das Schüren des Feuers mit bloßen Händen machte den meisten Kindern keine Angst mehr. Die Kinder hatten gelernt, dem Feuer mit Respekt, jedoch nicht mehr mit Angst und damit verbundenen unbedachten Aktionen zu begegnen. Auf die Frage „was will ich mir merken“ notierten die Kinder z.B. „kleine Flamme, große Flamme“ (Kontrolle des Feuers beim Streichholz), „Man braucht nur ganz wenig Wasser zum Löschen“, „Vogeltest“ (Prüfung, ob mein gewählter Feuerplatz sicher ist). Gleichzeitig war beeindruckend zu beobachten, wie diszipliniert und gleichzeitig mit welcher Begeisterung die Kinder mit dem Feuer umgingen. Auch bei den verhaltensauffälligen Kindern war dies gut zu beobachten.
In der Seeotter-Klasse werden zwei Kinder mit Trisomie 21 beschult, die, wie die anderen Kinder auch, am Feuerprojekt teilgenommen haben. Mit viel Freude und Neugier haben sie, mal mit und mal ohne Begleitung, alle Aufträge engagiert gemeistert.

 

Am dritten Tag ging es auch um den künstlerisch-kreativen Umgang mit Feuer: Beim „Malen mit Feuer“ (Fumage) erzeugten die Kinder über einer Kerze rauchige Spuren auf Papier und Leinwand und „malten“ mit flüssigem Wachs oder nutzen die bei den Feuern entstandene Holzkohle zum Zeichnen. Wenn ein Papier in Brand geriet, lernten sie, ihn eigenständig und ohne Panik zu löschen.

Aus Zeitschriften und Zeitungen sammelten die Kinder Bilder und Wörter zum Feuerthema und erstellten daraus Collagen.
Jedes Kind zeichnete zwei Feuerbilder, wobei das zweite ihr „schönes Feuer“ zeigte.
In kleinen Gruppen entstanden stimmungsvolle Kerzenlichtportraits.

Am Tag des Eltern-Nachmittages wurde alles für die große Präsentation am Eltern-Nachmittag vorbereitet. Jedes Kind gestaltete sein eigenes Plakat mit den entstandenen Werken. Stellwände wurden bestückt und aufgestellt und alle Utensilien, die sie für das eigene Feuer im Hof brauchten, wurde bereitgestellt.

 Immer ging es darum, die Kontrolle über das Feuer und Spaß dabei zu haben. Und den hatten sie alle – inklusive der Lehrerinnen und Eltern.

Zur Festigung Ihrer Erfahrungen erstellten die Kinder später im Unterricht ein „Feuerhandbuch“, in dem die verschiedenen Tests und der Ablauf sowie eigene Notizen aufgeschrieben wurden. Bei den Turmfalken entsteht überdies ein „Feuerbuch“ der ganzen Klasse mit Texten, Fotos und Zeichnungen zu diesen unvergesslichen „Feuertagen“.

In diesem Projekt konnten die Kinder im besten Sinne ganzheitliche, handlungsorientierte und fächerübergreifende Erfahrungen sammeln: Lernerfahrungen aus Sachkunde, Deutsch und Kunst kamen zusammen. Aspekte des sozialen Lernens, von Gruppenarbeit, und selbstständigem Arbeiten spielten eine große Rolle. Nicht zuletzt trägt die gelungene Zusammenarbeit und das gemeinsame Feiern und Feuern zwischen Kindern, Unterrichtenden und Eltern zu einer Stärkung der Schulgemeinschaft bei.

Textbeispiele der Kinder:

Vogeltest:

 Du suchst dir eine gute Feuerstelle und stellst deinen Eimer Wasser auf die Feuerstelle.

Dann breitest du deine Arme aus und läufst um den Eimer. Genauso machst du es in Richtung oben und unten.Wenn du an nichts Brennbares rankommst, kannst du die Feuerstelle nehmen. Wenn du allerdings an etwas Brennbares rankommst, musst du dir eine andere Feuerstelle suchen und das Ganze wiederholen. Helene, 2. JG

Feuerprojekt

Am Dienstag haben wir einen Vulkan gebaut und am Mittwoch alleine ohne Hilfe jeder ein Feuer gemacht. Aber bei Rayan und Moussa ist das Feuer ganz schnell ausgegangen. Danach sind wir zu Noe ans Feuer gegangen, aber da waren auch schon andere. Doch zum Glück durften wir mitmachen und dann haben wir Würstchen und Stockbrot gegrillt.

Am Freitag haben wir unsere Eltern im roten Stockwerk herum geführt und gezeigt, was wir gebastelt haben.

Feuer-Fest

Die Turmfalken und Seeotter haben am Freitag ungefähr 50 Feuer gemacht. Und das Coole war, die Kinder durften alleine ein Feuer machen, ohne Eltern. Es war ein toller Abend. Die Eltern, oder besser gesagt: die Familie, durfte erst helfen, als das Feuer zubereitet war.

Ich und meine Cousine und meine Schwester und meine Mutter haben leckere Sachen gekauft, wie zum Beispiel Halloumi oder Arabisches Brot und natürlich Vorspeisen aus dem Cana-Restaurant.
Aber bevor wir das essen konnten, mussten wir Holz nachlegen. Es war sehr lecker. Das Nette war, wir durften von Moussas Papa Kafta kriegen. Kafta ist eine bestimmte Art von Fleisch.
Ein paar Leute sind nach Hause gegangen, ein paar sind geblieben.Danach haben wir aufgeräumt und haben Fangen gespielt und dann sind wir nach Hause gegangen.
 
Rayan, 3. JG

 

Meike Neuwirth, Stefanie Graeve, Denise Bawey, Antje Schirmer und Annika Krenz